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Ausstellungen

DC OPEN 2021

Düsseldorf Cologne Open Galleries

Anlässlich der diesjährigen DC Open 2021 öffneten vom 03. bis 05. September wieder zahlreiche Galerien und Offspaces in Düsseldorf und Köln ihre Türen. Ein ganzes Wochenende hieß es Vorhang auf für die hiesige Galerie- und Kunstszene. Dabei bot sich Interessierten die Gelegenheit, Gespräche mit Galerist:innen und Künstler:innen zu führen und zu staunen, was die Kunstszene Kölns und Düsseldorfs dieses Jahr zu bieten hat.
Einmal alles bitte! Die diesjährige DC Open ist wie eine bunt gemischte Süßigkeiten-Tüte vom Büdchen nebenan. Die insgesamt rund 50 teilnehmenden Galerien der Städte Düsseldorf und Köln zeigten ein vielfältiges Potpourri an Künstler:innen und Werken. Auf der DC Open präsentierten die teilnehmenden Galerien überwiegend junge, aufregende Positionen. Einige Highlights des DC Open Wochenendes werden im Laufe des Artikels vorgestellt.
Die Galerie Rupert Pfab in Düsseldorf zeigt unter dem Titel Dem Wind Folgen Werke des in Berlin lebenden japanischen Künstlers Kazuki Nakahara. Die feinen, großflächigen und abstrakten Zeichnungen erinnern an japanische Kalligraphie. Ein paar Häuser weiter in der Galerie Linn Lühn entdeckt man die die großformatigen Quilts des Künstlerinnenduos Arrange Whatever Pieces Come Your Way. Die handgenähten Steppdecken, die durch alte Kleidungsstücke von Familie und Freund:innen entstehen, sind beeinflusst von Architektur, Reisen und Erinnerungen. Jeder Quilt reagiert mit einer ausgewählten Architektur und erhält so sein individuelles Aussehen. Bei dem Offspace Nails projectroom werden Arbeiten des in Leipzig arbeitenden und lebenden Künstlers Malte Urban unter den Titel Creeping Patterns ausgestellt. Im Zentrum der Ausstellung steht eine raumübergreifende Installation aus Skulpturen und großformatigen Drucken, die nach dem Prinzip des Modding verändert wurden. Die modifizierten Skulpturen und Drucke schaffen eine virtuelle Realität nach dem Vorbild digitaler Spiele. Ein weiterer Anlaufpunkt im Stadtteil Flingern ist die Galerie Kadel Willborn, die aktuell Werke der Künstlerin Vivian Greven ausstellt.

Vivien Greven bei Kadel Willborn

In ihren Werken verknüpft Greven antike Körperproportionen mit digital anmutenden Bildwelten. In der Ausstellung CLOSE der Galerie Kadel Willborn sehen sich die Besucher:innen mit einer Reihe von Naheinstellungen intimer Körperdarstellungen konfrontiert, wie zum Beispiel verschiedene Abbildungen von Cameltoe-Motiven. Mit diesen Motiven möchte Vivian Greven ein tabuisiertes Thema aufbrechen. Als eine Konfrontation kann man auch die Werke der Londoner Künstlerin Ania Hobson betrachten. In der Galerie Setareh X präsentiert die Künstlerin unter dem Titel I See You narrative Geschichten, die Wirklichkeit und Imagination von menschlichen Beziehungen abbilden. Die Darstellungen von überwiegend Frauengruppen zeigen zum einen Interaktionen und zum anderen Abgrenzungen in einem geselligen Zusammensein. Ania Hobson ermöglicht den Besucher:innen, sich selbst in ihren Bildern zu erkennen. Ganz in der Nähe – in der Galerie Clara Maria Sels auf der Poststraße – setzt sich Lars Teichmann mit dem kollektiven Gedächtnis von Kunstwerken verschiedener Epochen auseinander. Unter dem Titel sensitive subjects verwendet Teichmann Vorlagen barocker Porträts und Stillleben. Er reduziert dabei bestimmte Details zugunsten expressiver Malerei, um so auf die formalen Aspekte der bekannten Werke zu lenken und den Betrachter:innen ein Freiraum zur Imagination zu ermöglichen. Im selben Gebäude befindet sich die Galerie Sies + Höke mit der Ausstellung des Künstlers Naufus Ramírez-Figueroa. In seiner Ausstellung Deus Ex Machina (Gott aus der Maschine) thematisiert Naufus Ramírez-Figueroa den Volksglauben und Naturphänomene aus seinem Heimatland Guatemala. Ein aus Bronze gegossener Ast hängt befestigt von Seilen und Flaschenzügen im Ausstellungsraum von der Decke. Ganz nach dem Vorbild des antiken griechischen Bühnenmechanismus treten Masken aus Kunstharz am Ast auf, die an Gottheiten Guatemalas erinnern sollen. Umrahmt wird diese Installation durch Gemälde von tropischen Blättern, die der Ausstellung einen perfekten Abschluss geben. Bei der Galerie wildpalms sind Arbeiten der Künstlerin Nika Fontaine zu sehen. Ihre Werkereihe Calcination befasst sich mit den 7 Transmutationsschritten der Alchemie. Die Betrachter:innen entdecken in den Werken sowohl erschreckende und bedrückende Darstellungen, wie Feuertänze, Skelette und Gargoyles, als auch beruhigende und sanfte, wie zum Beispiel Abbildungen von Phönixen.

Nika Fontaine bei wildpalms

Auf der anderen Rheinseite beschäftigt sich die Künstlerin Theresa Weber unter dem Titel Cosmic Momento im Offspace Moltkerei Werkstatt in Köln mit der kulturellen Selbstverortung. Hierbei hinterfragt sie das Konstrukt kultureller Identitäten. In hängenden Fenstern aus Polyesterharz gegossen, befinden sich Spuren des menschlichen Körpers in Form von Kunsthaar, Kunstfingernägel und Perlen. Die geflochteten Kunsthaare sind hierbei besonders zu betonen. Sie sollen als Anknüpfungspunkte verschiedener Kulturen gesehen werden und auf die Tradition des Flechtens der Haare verweis

Für die Galerie DREI auf der Jülicher Straße inszeniert der Künstler Cédric Eisenring einen leuchtenden pink gelben Zaun mit Fotografien von Sprechanlagen sowie eine Mehrkanal-Audio-Arbeit. Die Ausstellung unter dem Titel Superdream befasst sich mit dem Thema der Kommunikation und Vernetzung. Die Mehrkanal-Audio-Arbeit unterstreicht den Charakter der Sprechanlagen-Installation, indem eine Stimme von einem Raum in den nächsten wandert und in Sequenzen aus einer Geschichte von Elisabeth Ouze liest. Durch die Schwarzweiß-Fotografien, der Audio-Arbeit und den Zaunelementen werden für die Betrachter:innen immer mehr Räume kreiert. Nebenan auf der Brüsseler Straße geht es in der Galerie Clages um Holz, Spiegelglas und Silberplatten. Der Künstler Bernhard Walter mixt diese unterschiedlichen Materialien und schafft eine Umbesetzung der Symbole. Das Holz wird für die Ausstellung xylocopa violacea zerteilt und über den Zeitraum der Ausstellung der Sonne ausgesetzt, wobei die Spiegelgläser und Silberplatten gut poliert werden und das Licht im Raum übernehmen. Der Titel xylocopa violacea bezieht sich auf den lateinischen Name der Großen Blauen Holzbiene, die ihren Lebensraum und Nistplatz im warmen Holz sucht. Die raumgreifenden Malereien und Skulpturen des Künstlers Martin Gerwers sind in der Galerie Philipp von Rosen zu sehen. Martin Gerwers vereint in seinen Neuen Werken Malerei und Skulptur und studiert so das Verhältnis von Farbe und Raum. Die farbigen geometrischen Objekte sind nur vollständig zu erfahren, indem sich die Betrachter:innen aktiv um die Objekte bewegen. Durch die Wechsel der Standpunkte entsteht eine Vielzahl an neuen Eindrücken. Eine Installation aus benutzten Matratzen, Protestschilder, Schutzschilder der Polizei und Versandpakete wird in der Galerie Martinetz gezeigt. Die Künstlerin Selma Gültoprak inszeniert in and their eyes became sharper diese Objekte, um auf das Problem der Wohnungsnot aufmerksam zu machen. Im Galerieraum werden Plakate von Protesten gegen Wohnungsnot in Los Angeles mit Gussharz in den Boden eingelassen und präsentieren Aufschriften wie „House Keys Not Handcuffs!“ oder „Gentrification is Violence“. Untermalt werden diese Aussagen durch eine abgenutzte Matratze mit der Aufschrift „Fuck Airbnb“ und weiteren Überbleibseln von Protesten gegen Wohnungsnot.
Die Galerien der Städte Düsseldorf und Köln gaben während der DC Open 2021 wieder ihr Bestes und machten das Wochenende zum Erlebnis. Ein Kunstwochenende, das vieles zu bieten hatte – von Gesprächen mit Galerist:innen und Künstler:innen bis hin zu Führungen durch die Galerieszene.

Unter Besprechung findet ihr Ausstellungsrezensionen aller Art – sei es die Blockbuster-Ausstellung in der großen Institution, oder die im kleinen Offspace, der junge Positionen zeigen und fördern möchte. Lokale und umliegende Ausstellungen in Düsseldorf und im Rheinland werden hier gesammelt und machen Lust auf einen Besuch der hier besprochenen Shows.

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