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Ausstellungen

BEUYS & GIRLS

Magdalena Kita, Johanna Reich und Marleen Rothaus; kuratiert von curated affairs: Kasia Lorenc und Angelika J. Trojnarski

Um mit Beuys 100. Geburtstag Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit zu generieren und so auch den 100. Geburtstag der Zulassung von Künstlerinnen an der Kunstakademie zu feiern, widmen Kasia Lorenc und Angelika Trojnarski den Ausstellungstitel Beuys. BEUYS & GIRLS zeigt Werke von Magdalena Kita, Johanna Reich und Marleen Rothaus. curated affairs sind sich sicher, dass Beuys dagegen nichts einzuwenden hätte. Das glaube ich auch!

Die Kunst, die momentan im NAILS projectroom auf der Birkenstraße zu sehen ist, berührt. Bereits bei der Ankunft werden die Besucher:innen mit einer Videodokumentation im Schaufenster begrüßt. Marleen Rothaus‘ Video So lange bleib ich Feminist:in zeigt Aufnahmen vom Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf im Jahr 2020. Deutlicher: von einer feministischen Kundgebung, bei der u.a. Forderungen nach einer inklusiven sowie antirassistischen Kunstgeschichte, gerechten Arbeitsbedingungen und Umfeld gestellt werden. Im Video zu sehen ist auch Kunst, die die Besucher:innen später im Ausstellungsraum wieder antreffen werden.

Beim Hereinkommen fällt der Blick zuerst auf die bunten Tücher links am Eingangsbereich. Hier hängen große Tücher mit Siebdruck bearbeitet. Die Künstlerin Magdalena Kita gab der Arbeit den Titel Californication. Die Maße der Tücher betragen 1,8 mal 0,9 Meter. Sie erinnern an Badetücher und sind oben mit einer schmalen Holzleiste versehen, welche es ermöglicht, sie von der Decke hängen zu lassen. Die Motive sind nackte Körper, der Stil minimalistisch und illustrativ. In poppigem Grün, Pink und Blau erscheinen verschiedene Frauen- und auch ein Männerkörper. Auf der Toilette, beim Duschen – die Situationen und Art der Inszenierung sind spielerisch und schaffen es, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Beim weiteren Durchschreiten des Raums fällt der Blick auf ein großes Banner: eine horizontale Ölmalerei auf Leinwand in den Dimensionen 1,3 mal 2,8 Meter. Sie wird gehalten von zwei Holzleisten. Links daneben, auf dem Boden, befindet sich ein Megafon. Das Werk Coven der Künstlerin und Sozialarbeiterin Marleen Rothaus zeigt 9 Personen um einen Tisch versammelt. Über ihnen ist der Slogan „me and my girls*“ zu lesen. Die Leinwand ist in warmen Farbtönen gehalten. Die Arbeit verweist auf die Darstellung weiblicher Organisation als teuflisch sowie dergleiche Zuschreibungen durch männliche Kollegen. Die Gestalten wirken wie Mischwesen mit tierischen oder dämonischen Zügen. Vorne rechts sehen wir eine sitzende Rückenfigur mit einem Hut, auf dem „riot“ steht. Coven ist ein politisches, feministisches Werk. Es war ebenso als Banner in der Dokumentation im Schaufenster präsent. Die Beschaffenheit der Leinwand zeigt, dass sie nicht nur zum an der Wand stehen gedacht ist. Die Spuren des Protests sind deutlich an den Beulen im Stoff zu sehen und verleihen dem Werk so noch mehr Authentizität. Ein Zeitdokument des Protests.

Hinten links findet sich ein Polaroid-Mosaik von Johanna Reich. Ihre Arbeit RESURFACE besteht aus zwei Teilen,Teil I zeigt besagte Fotografien. Es sind Polaroids im Format 6 mal 9,9 Zentimeter. Sie zeigen abfotografierte Fotografien sowie Wikipedia-Artikel über in Vergessenheit geratene Künstlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts. Hiermit sorgt Johanna Reich für Sichtbarkeit von Künstlerinnen, welche stigmatisch aus der geschriebenen Kunstgeschichte ausgeschlossen wurden, jedoch immer schon wirkten und ihre Berechtigung in der Kunstwelt haben. Im nächsten Raum verbirgt sich Teil 2 von RESURFACE, einen Videoloop, der mit einem Beamer übertragen wird - dort sind alle von Johanna Reich (wieder-)entdeckten Künstlerinnen zu sehen. Der Prozess der Entwicklung, wie die Künstlerinnen langsam auf den Polaroids sichtbar werden, ist dabei dokumentiert.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Juli geöffnet.

Unter Besprechung findet ihr Ausstellungsrezensionen aller Art – sei es die Blockbuster-Ausstellung in der großen Institution, oder die im kleinen Offspace, der junge Positionen zeigen und fördern möchte. Lokale und umliegende Ausstellungen in Düsseldorf und im Rheinland werden hier gesammelt und machen Lust auf einen Besuch der hier besprochenen Shows.

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