Sibylle Czichon

© Gregor Guski© Gregor Guski

Momentan interessiere ich mich für meine Physis während des Malens und in meinen Bildern.

Als Atelierkünstlerin sind meine Werkzeuge oftmals das, was ich in meinem Atelier vorfinde. In letzter Zeit; vor allem Küchenschwämme, Ölfarbe, Leinwandstoff und mich selbst.

Ich habe für mich ein Druckverfahren entwickelt bei dem ich in Ölfarbe vollgesogene Schwämme oder kleinformatige Bilder mit meinen Händen fest in den zum Teil weiß grundierten Leinwandstoff drücke, sodass sich meine Fingerspuren auf der Leinwand durchdrücken.

Die physische Präsenz in der Kunst

Was mich daran fasziniert ist, dass sich meine physische Präsenz ganz unmittelbar in das Bild einschreibt. Es hat sich ein Spektrum bezüglich der Größenverhältnisse eröffnet:

Die Leinwand im Verhältnis zur Größe des Schwamms und zum Umfang meines Köperradius. 

Die eine Konsequenz dieser Entdeckung ist, dass ich durch ein sehr großes Format der Leinwand meinen eigenen Körper vergrößern kann. Die andere Konsequenz ist die, dass ich nicht mehr male, was ich sehe, sondern wie ich mich bewege. 

Die Bewegungsspuren können als Bewegungszeichen gelesen werden. Sie haben den Charakter einer Choreografie. 

Bewegungsspuren im Atelier

Das Malen fühlt sich für mich an wie ein Zustand von wirklich da sein, beziehungsweise von ganz akuter Präsenz. Ich male die Bilder in einer Session und versuche dabei die Geschwindigkeit der malerischen Handlungen zu halten, sowie das Bild als Gesamtkomposition zu sehen.

Das Atelier ist für mich ein Ort an dem ein Reigen von mehreren Arbeitsfeldern stattfindet. 

Ich baue und grundiere Leinwände, fixiere große Leinwandformate mit dem Tacker direkt an die Wand oder auf dem Boden und habe immer kleinere Formate bereitstehen, um kurze Bildnotizen oder Farbideen auszuprobieren. 

Die Rhythmik der malerischen Aktivität

Bei Letzterem ist mir eine gewisse Schlammigkeit der Farbe wichtig. Sie ist das Zeugnis des Malprozesses, bei dem ich mich in einem Spannungsfeld aus Kontrollverlust und Entschiedenheit bewege. Die Herausforderung Farbzustände auszuhalten und unterschiedliche Rhythmen im Bild zu kombinieren eröffnet für mich das eigentliche Spiel beim Denken in Farbe/Formen und in der malerischen Aktivität.

Ich male überall im Raum; an der Wand, auf dem Fußboden, auf Tischen oder Stühlen stehend. Das Atelier ist für mich ein Nest aus Materialien aus dem sich neue Bildideen formulieren können.

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