Beatrice Richter

“Oberflächlich betrachtet könnte man die Arbeiten von Beatrice Richter für botanische Studien oder altmeisterliche Vanitas-Stillleben halten. Und das hat durchaus eine partielle Berechtigung, denn die historischen Vorbilder schwingen mit im Werk der 1989 in Recklinghausen geborenen Künstlerin – nicht zuletzt im Serienstitel Mortalitas. Jedoch würde eine Eingrenzung lediglich auf diesen Aspekt einer Einordnung dem Gesamten nicht gerecht: Es geht ebenso um Zeit, Irritation und um das Hinterfragen der eigenen Wahrnehmung.

In jedem einzelnen Werk unternimmt die Künstlerin den Versuch, den Prozesscharakter ihrer Arbeit zu konservieren – was ja eigentlich ein Widerspruch in sich ist. Darüber hinaus zielt sie darauf, genau den schmalen Grat zwischen den Kategorien „Figurativ“ und „Abstrakt“ einzufangen und so die botanisch-zoologisch anmutenden Gebilde in einem Moment zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit ins Bild zu bannen.(…)“

Auszug aus „Beatrice Richter • Mortalitas“, 2019, Julia Ritterskamp, Kuratorin

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